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Carola Habesrtroh-Schmidt55 Jahre
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Was ist eigentlich „Judo“?

Was ist eigentlich „Sambo“?

 

 

Was ist eigentlich „Judo“? (nach Daniel Rupp, siehe Ippon Ausgabe 1/2005)

Wem geht es nicht so, dass man bei der Erwähnung des Begriffes "fernöstlicher Kampfsport" an Karate, Kung Fu und ähnliches denkt und damit Jahrhunderte lange Tradition verbindet? Doch tatsächlich ist Judo eine recht moderne Kampfsportart, die 1882 von Jigoro Kano gegründet wurde, der sie aus dem Ju-Jutsu entwickelte.
Im alten Japan war es für einen Samurai selbstverständlich, seine Waffe mit sich zu führen und sie gegebenenfalls zu benutzen. Er empfand es sogar als unter seiner Würde, dies nicht zu tun. Dennoch war es wichtig, den Kampf mit den bloßen Händen ebenfalls zu erlernen, da es Orte gab, an denen es streng verboten war, Waffen zu tragen, wie zum Beispiel Tempel. Aus der Notwendigkeit heraus, sich auch ohne seine Waffe gegen einen Gegner behaupten zu können, entstand schon sehr früh das Ju-Jutsu. Dieser frühe Kampfstil beinhaltete vor allem Wurftechniken, wohingegen Tritte und Schläge zunächst weniger entwickelt waren. Durch die Rüstungen, die getragen wurden, war es wahrscheinlicher, sich bei einem Schlag oder Tritt selbst stärker zu verletzen als den Gegner. Im Laufe der Zeit entstanden dann jedoch Schulen, die sämtliche Techniken verbesserten, sodass die Schlagkraft der Hand verstärkt wurde und somit Rüstungen sogar durchschlagen werden konnten.
Als jedoch das alte Feudalsystem in Japan durch den westlichen Einfluss zusammenbrach, verloren die alten Samurai-Clans an Bedeutung und wurden aus dem kaiserlichen Dienst entlassen. Zu dieser zeit schossen in Japan Ju-Jutsu Schulen wie Pilze aus dem Boden.
Der junge adlige Jigoro Kano, der 1860 in Mikage geboren wurde, entwickelte mit 18 Jahren ein starkes Interesse am Ju-Jutsu und konnte sehr schnell die nötigen Griffe und Techniken erlernen, obwohl er nicht von idealer körperlicher Gestalt gewesen sein soll. Es gelang Kano schließlich durch intensives Studium, die Meisterschaft in diesem Kampfstil zu erlangen. Aber er ging noch weiter. Indem er alle Schläge und Tritte entfernte, und die anderen Techniken weiterentwickelte, schuf Kano eine neue Stilrichtung, das Judo, "der sanfte Weg", das er in einem Tempel in Tokio lehrte, den er Kodokan, "Schule zum Erlernen des sanften Weges",
nannte.

Bei der Ausübung des Judo berief sich Kano immer wieder auf zwei Thesen, die für ihn grundlegend waren:

- These der wirksamen Anwendung der Kraft
- These der gegenseitigen Glückseligkeit

Die Techniken des Judo, anfangs 40 Würfe und mehrere Hebel-, Würge- und Haltegriffe, sollten es dem Anwender ermöglichen, durch das Ausnutzen der Kraft des Gegners diesen zu besiegen, indem man in der richten Art und Weise auswich. Außerdem sollte es möglich sein, mit Freunden und Partnern zu kämpfen, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Durch diese Thesen traf das Judo auf eine breite Zustimmung in der Bevölkerung Japans.
Nichtsdestotrotz dauerte es etwa 5 Jahre, bis sich das Judo richtig etablieren konnte. In dieser Zeit war Kano immer wieder der Kritik der Führer der Jiu Jutsu Schulen ausgeliefert. Gerade weil sich Kano dafür einsetzte, dass Körper und Geist beim Ausüben der Techniken eine Einheit bilden sollten, wurde des Öfteren behauptet, dem Judo fehle die praktische Anwendbarkeit und sei daher keine gute Schule. Vor allem Totsuka Hikosuke, der Leiter einer Jiu Jutsu Schule, der Konkurrenten gerne diskreditierte, war ein erbitterter Gegner des „Bücherwurms“ Kano.
1886 schließlich kam es zum entscheidenden Ereignis: Der Leiter der kaiserlichen Polizei¬verwaltung ordnete einen Wettkampf beider Schulen an. Hätten die Judoka verloren, hätte dies sicherlich zu einem Verbot des Judo geführt, da man die vielen unterschiedlichen Schulen vereinheitlichen wollte. In diesem Wettkampf nun standen die 15 besten Meister des Judo aus Kanos Schule den 15 besten Meistern des Ju-Jutsu aus Hikosukes Schule ge¬genüber. In 30 Zweikämpfen siegten die Judoka, 2 endeten unentschieden. Von da an wurde Judo bei der japanischen Polizei eingeführt und hatte sich im gesamten Land etabliert.

Nach Deutschland selbst kam dieser Kampfsport erst etwas später. 1906 gründete Erich Rahn die erste Jiu Jutsu Schule. Nach dem ersten Weltkrieg führte dann Alfred Rhode 1922 das Judo ein und gilt daher als der Vater des Judo in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden diese beiden Kampfsportarten jedoch verboten und waren erst Anfang der 50er Jahre wieder erlaubt. Der Deutsche Judobund e.V. wurde 1953 als Dachverband für alle anderen Judoverbände gegründet. Als olympische Sportart ist Judo seit 1964 anerkannt.
Heute betreiben mehr als 7 Millionen Menschen Judo als Wettkampfsport, zur Selbstverteidigung oder als Fitnesssport. Auch wenn sich die Art der Ausübung etwas von der von Kano beabsichtigten entfernt hat, stehen die Grundprinzipien immer noch im Mittelpunkt. Egal ob im Training oder im Wettkampf: Der Partner soll respektiert werden und während des Randori kämpft man nicht gegeneinander, sondern miteinander.

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Was ist eigentlich „Sambo“? (nach Martin Chmielewski, siehe Ippon Ausgabe 3/2005)

Sambo ist eine in Europa entwickelte Kampfkunst. Dabei wurde es nicht – wie beispielsweise Judo – über Jahrhunderte entwickelt, es ist eine Mischung aus mehreren Kampfkünsten. Das Wort „Sambo“ entstand aus dem russischen SAMosaschtschita Bes Orushia, was soviel bedeutet wie Selbstschutz ohne Waffen.
In Russland wird Judo immer in Verbindung mit Sambo unterrichtet. Gerade im russischen Militär zeigt sich Sambo als eine effektive Methode, sich ohne Waffen zu verteidigen.
Offiziell gibt es den Deutschen Sambo Verband seit dem 22.04.03, kurz darauf gab es schon die ersten Meisterschaften. Neben den Verbänden aus Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Württemberg ist nun auch der Badische Sambo Verband durch den BAC gegründet worden.

Banalisiert kann man sagen, dass Sambo eine Mischung aus Judo und Ringen ist. Der Kämpfer trägt einen speziellen, engeren Judokimono, eine kurze Sporthose und Ringerschuhe. Auch die Gürtelfarben unterscheiden sich im Vergleich zum Judo, ein Kämpfer kämpft mit blauen Anzug und blauen Gürtel, der Gegner im roten Anzug mit rotem Gürtel.

Prinzipiell darf man im Sambo alles, was man auch im Judo darf – lediglich Würgegriffe sind verboten. Dafür sind Beinhebel im Gegensatz zum Judo erlaubt. Grifftechniken wie beispielsweise der sog. Pistolengriff darf im Sambo benutzt werden. Beinklammern im Bodenkampf, um im Judo einen Haltegriff zu neutralisieren, bringen im Sambo gar nichts.

Die Bewertung für Aktionen (Würfe, Haltegriffe, usw.) schlägt sich in Punkten nieder. Bei einem guten Wurf, bei dem der Partner auf den Rücken fällt, gibt es z. B. 4 Punkte.

Bei einem Punktunterschied von 12 Punkten (z. B. 12:0, aber auch 25:13) oder einem „sauberen Wurf“ (Wurf mit großer Amplitude, Werfer muss stehen bleiben) ist der Kampf vorzeitig beendet. Die Kampfzeit beträgt üblicherweise 5 Minuten.
Haltegriffzeiten sind vergleichbar mit denen im Judo. Hat man seinen Kontrahenten 25 Sekunden im Haltegriff erfolgreich gehalten, geht der Kampf immer noch weiter – man kann also nahtlos in einen Armhebel oder Beinhebel, usw. übergehen und sich weitere Punkte sichern.

Weitere Informationen bekommst Du auf www.samboka.de!

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